Longrow – Springbank

Longrow – Springbank

Auf dem Weg nach Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre suchen Besucher vergeblich nach einem Wegweiser zur Whiskybrennerei Longrow. Einzig ein kleines Straßenschild lässt sich vielleicht noch finden, denn die Whiskybrennerei Longrow destillierte unter ihrem Namen zuletzt vor mehr als 100 Jahren. 1896 entstanden die letzten Rariäten, von denen es nicht mehr allzu viele auf dieser Welt geben dürfte.

Die nahezu unbezahlbaren Originalabfüllungen von Longrow haben allerdings Nachfolger. Diese werden auf dem ehemaligen Geländer der Destillerie Longrow hergestellt, allerdings von der Destillerie Springbank gleich nebenan. Heute befindet sich die Abfüllanlage von Springbank auf dem ehemaligen Gelände der Brennerei Longrow, so dass eine Übernahme des Namens nahe lag. Hinter den heute auf dem Markt befindlichen Abfüllungen unter der Bezeichnung „Longrow“ verbirgt sich also in der Regel ein Springbank Whisky.

Der Brennereieigentümer, ein Ururgroßenkel des Gründers, startete 1973 mit der Destillierung von rauchigem Whisky nach dem Vorbild der Whiskysorten von der Hebrideninsel Islay. Im Gegensatz zu dem aus der Destillerie stammenden klassischen Springbank-Whisky wird die Longrow-Variante aus Gerstenmalz hergestellt, welches 48 Stunden über Torfrauch getrocknet wird. Zudem wird Longrow nur zweifach destilliert.

Auch wenn der Herstellungsprozess eine große Ähnlichkeit mit den Islay Whiskys hat, so bewahrt sich der Longrow, der seit 1992 regelmäßig gebrannt wird, trotzdem seine Eigenständigkeit. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit darin zu sehen, dass der verwendete Torf nicht von den Inseln kommt, sondern in der Nähe der Destillerie gestochen wird. Deshalb zeigt sich auch kein für Islay-Whiskys typischer Seetang- und Jodgeruch in der Nase.

Einzigartig für die Whiskys der Longrow Reihe ist zudem, dass ausschließlich in der Brennerei von Hand gemälzte Gerste verwandt wird. Nur noch eine Handvoll anderer schottischer Destillerien macht sich heute noch die Mühe, Gerstenmalz in Handarbeit herzustellen. Diese Arbeitsweise nach traditionellen Produktionsmethoden ist rein ökonomisch nicht sinnvoll, gibt aber dem Whisky einen besonderen Touch.