Rotweine aus deutschen Anbaugebieten

Rotwein Deutschland

Rotwein bringt man oft mit dem Dolce Vita Italiens oder der Haute Cousine in Frankreich in Verbindung. Nach Regionen wie Bordeaux oder Burgund sind sogar Kategorien von Weinen benannt. Doch auch Deutschland hat einige sehr gute Rotweine zu bieten. Diese sind nicht auf bestimmte Regionen begrenzt, sondern finden sich in fast jedem Weinbaugebiet. So auch die Ahrweine aus dem Ahrtal.

Ein guter Rotwein entsteht nicht zufällig

Zugegeben, die Überschrift ist ein wenig übertrieben. Für einen sehr guten Rotwein müssen viele verschiedene Komponenten zusammenspielen, damit aus einer einfachen Traube ein edler Tropfen wird. Und nicht auf alle Faktoren kann der Winzer direkten Einfluss nehmen – am wenigsten natürlich auf das Wetter. Wenig Regen, viel Sonne und möglichst lange an der Rebe – so entsteht die Grundlage für Rotweine der Spitzenklasse. Und je nachdem wie viele dieser Faktoren auf ein Weinbaugebiet vereint sind, können die Winzer die Trauben mit ihrem Fachwissen veredeln.


Das Ahrtal – das größte Weinbaugebiet Deutschlands

Das Ahrtal hat seinen Namen nach dem linken Nebenfluss des Rheins – der Ahr. Es erstreckt sich von Euskirchen in Nordrhein-Westfalen bis in den Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Obwohl es mit etwa 548 Hektar das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands für Rotwein ist, steht das Ahrtal immer ein wenig im Schatten der Mosel. Viele Südhänge, ein schwerer Boden auf dem Niederschläge schnell ablaufen kann und zahlreiche Sonnenstunden machen das Ahrtal zu einem idealen Weinbaugebiet. Auf Rotweinreben entfallen 87,5 Prozent der Anbauflächen. Weißweinreben nehmen nur 12,5 Prozent der Flächen ein. In Zahlen bedeutet dies, das auf circa 480 Hektar insgesamt 22 unterschiedliche Rotsorten angebaut werden. Davon besitzen nur 15 Sorten eine Bedeutung für den Markt. Die anderen sieben roten Reben sind zum Teil Neuzüchtungen, welche in Zukunft ausgebaut werden und alte überalterte Bestände ersetzen sollen. Zum anderen Teil handelt es sich um alte Rebsorten, die aus Gründen der Erhaltung weiterhin gepflegt werden.

Wodurch zeichnen sich Ahrweine aus?

Alle Ahrweine aufzuzählen würde den Rahmen des Artikels sprengen. Schließlich produzieren hier 65 Winzer Wein als Haupterwerb. Dazu kommen noch über 1.000 Winzer, die im Nebenerwerb Rotwein, Weißwein oder Rose herstellen. Im Folgenden gibt es deswegen eine Auflistung der wichtigsten Sorten, die im Ahrtal zu Rotwein angepflanzt sind.


Spätburgunder: Diese Rebsorte ist in Deutschland die am meisten zu findende Rebsorte. Sie dominiert jedes Weinbaugebiet, wenn es um Rotwein geht. Auch im Ahrtal dominiert der Spätburgunder mit 300 Hektar die Anbauflächen. Ahrweine, die aus dem Spätburgunder gepresst werden, haben ein samtiges und vollmundiges Aroma, in denen eine feine Brombeer- und Bittermantelnote zu erkennen ist. Reift der Wein im Fass, kommen leichte Zimt- und Vanillenoten hinzu.

Portugieser: Dieser stellt mit einer Anbaufläche von etwa 70 Hektar die zweitwichtigste Rebsorte für Ahrweine dar. Es handelt sich hier um eine Sorte, die häufig für Roseweine, aber auch für Rotwein verwendet wird. Die roten Weine besitzen dann einen sehr dunklen Ton, der nicht unbedingt auf die Leichtigkeit des Weines schließen lässt. In den Aromen sind leichte Einflüsse verschiedener Beeren erkennbar. Hauptsächlich Johannisbeere, Erd- und Himbeere und Heidelbeere. Manchmal sind auch würzigere Noten zu finden wie Sauerkirsche oder Pfeffer.

Dornfelder: Weine, die aus der Dornfelderrebe gepresst werden, gehören derzeit zu den beliebtesten Weinen überhaupt. Im Ahrtal wird derzeit auf 21 Hektar Dornfelder angebaut, wobei diese sich in Zukunft sicherlich noch stark erhöhen wird. Als Halbtrocken und Trocken werden die Trauben in zwei Richtungen zu Ahrweinen verarbeitet. Bei manchen Winzern stehen die fruchtigen Aromen wie Holunder, Brombeere und Sauerkirsche in Vordergrund. Etwas herbere Ahrweine werden bei Winzern erstellt, die den Dornfelder im Holzfass reifen lassen. Hier liegt die Betonung dann eher auf den Gerbstoffen.

Frühburgunder: wir auf etwa 21 Hektar im Ahrtal angebaut, wobei auch hier die Tendenz in Zukunft steigen wird. Das Aroma des Frühburgunder ist in erster Linie fruchtig-beerig mit Noten von Brombeere, Waldbeere, Himbeere und schwarze Johannisbeere. Aber auch Kirscharomen und rauchige Varianten der Ahrweine aus Frühburgunder sind keine Seltenheit.

Domina: ist eine Rebsorte mit einem relativ geringen Anteil von etwa acht Hektar an gesamter Anbaufläche. Ahrweine aus der Domina besitzen einen weichen Charakter und sind durch einen geringen Säureanteil sehr bekömmlich.

Regent: ist eine Neuzüchtung, die erst 1996 unter Sortenschutz gestellt wurde. Bislang werden gerade mal zwei Hektar des Weines angebaut. Die Farbe des Rotweins ist von einem sehr dunklen Rot und fast lichtundurchlässig. Ein kirschiges Aroma macht diesen Wein sehr voluminös und kräftig.