Weinanbau in Europa

Um mit der Produktion von Weinen gutes Geld zu verdienen braucht es ein fundiertes Wissen, der anders herum gesagt, es ist eine „Wissenschaft“ für sich. Nicht jede Rebensorte kann überall angebaut werden. Klima, Anzahl Sonnentage, wie auch die Bodenbeschaffenheit geben vor welcher Rebenanbau erfolgversprechend sein kann. Weingüter sind meistens seit Generationen im gleichen Familienbesitz. Das angeeignete Wissen wird jeweils vom Vater an die Nachkommen weitergegeben. Irgendwann zieht sich der Patron, meistens aus Altersgründen aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Den Erben ist es überlassen den traditionell geführten Betrieb im gleichen Stil weiter zu führen. Heutzutage haben die nachrückenden Generationen die Möglichkeit traditionelles Wissen mit neuen Erkenntnissen zu ergänzen.

Weiterbildung für Weinbauern

Deutschland ist gut aufgestellt und kann mehrere Weiterbildungsmöglichkeiten für Weinbauern anbieten. Auch im Weinbau gibt es laufend neue Erkenntnisse zu den Ertragssteigerungen, neue Pestizide, wie auch Lagerung und Kelterung werden immer mehr verfeinert.

Im Landkreis Heilbronn beispielsweise befindet sich eine Versuchsanstalt zur Optimierung für Wein-, aber auch Obstanbau. Diese 1868 gegründete Lehranstalt ist die älteste Wein-und-Obstbauschule. In der von Immanuel Dornfeld gegründeten Fachhochschule wird auch intensiv Forschung betrieben. Teilnehmer aus Deutschland aber auch aus dem Ausland können hier ihre Ausbildung zu Weinbautechniker / -innen machen.

Ausgebildete Leute mit einem Abschluss in Weinbautechnik können weltweit gut bezahlte Jobs finden. Junge Winzer sind experimentierfreudig. Sie wollen und müssen teilweise auch neue Wege gehen um mit ihren Erzeugnissen am Markt bestehen zu können. Mit Kreuzungen und jahrelangen Versuchen gelingt es immer wieder neue Geschmacksrichtungen zu kreieren. Bis eine neue Rebensorte einen guten Namen hat ist es jedoch ein sehr langer, oft steiniger Weg. Schlechte Ernten können ein Projekt um Jahre zurückwerfen.

Was zeichnet einen Winzer aus

Echte Weinkenner schwören auf Weine ihres „Hoflieferanten“. Sie bevorzugen einen ganz bestimmten Wein, aus einer ganz bestimmten Gegend und wenn möglich sogar noch vom gleichen Erzeuger. Viele machen sich sogar die Mühe und fahren selbst zu den Winzern um „ihren“ Wein erstmals zu verköstigen und dann zu bestellen oder gleich ein paar Gebinde zu kaufen. Dies ist jedoch meistens nur bei vergleichsweise kleinen Winzern möglich. Diese schätzen den persönlichen Kontakt zu ihren Kunden.

Oft kennen sich Winzer und Kleinkunden seit sehr vielen Jahren. Die Verkostung des neuen Jahrgangs ist ein willkommener Grund sich jährlich zu treffen und sich auszutauschen. Ungewollt entstehen so oftmals feucht-fröhliche Geschäftsabschlüsse. Große Weinkellereinen können sich diesen Luxus kaum noch leisten. Dem Patron ist es schon aus zeitlichen Gründen unmöglich jeden Tag dutzende Leute zu empfangen und mit jedem einen Schwatz zu machen. Es gibt Weingüter die von Busunternehmen angefahren werden. Hier werden dann von speziellem Personal Führungen gemacht, auch eine Degustation liegt drin.

Weinanbau mit Sachverstand

Jeder Winzer wird früher oder später vor die Frage gestellt: Spitzenweine zu Spitzenpreisen, oder doch eher Mittelmaß zu produzieren das für jedermann erschwinglich ist, wie zum Beispiel die Weine von Norma24.

Ob so oder so, nur wer konkurrenzfähig ist kann in der gewählten „Liga“ überleben. Dazu gehört nebst gut geschultem, zuverlässigem Personal auch eine möglichst rationelle Arbeitsweise. Dazu bedarf es Geräte und Maschinen zu bezahlen sind. Teure Handarbeit muss auch im Weinbau möglichst vermieden werden. Welcher Weg eingeschlagen werden kann entscheiden in erster Linie die Grundstücke auf denen man Reben anbauen möchte. Jede Rebensorte stellt unterschiedliche Ansprüche. Somit ist ein Winzer schon einmal etwas eingeschränkt.

Nur das perfekte Zusammenspiel von der geologischen Zusammensetzung, der Lage, dem Klima, durchschnittliche Regen und Sonnentage lassen auf gute Ernten hoffen. Dann muss auch „Petrus“ noch ein Einsehen haben. Zu viel Regen, oder auch zu früher Frost können die Hoffnungen auf einen Spitzen-Jahrgang zu Nichte machen.